Die Wissensbilanz wird erstellt
 
Schritte zur Erstellung einer Wissensbilanz


„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ (Lao Tse)




Die Erstellung einer Wissensbilanz läuft im Rahmen eines Projektes ab. Die Erstellung kann innerhalb eines Zeitraumes von etwa 4 - 12 Wochen realisiert werden. Doch zunächst einmal muss das Wissensbilanz-Projekt vorbereitet werden. Dazu gehört die Zusammenstellung des Projektteams Wissensbilanz, die Zeit- und Terminplanung, die Vorbereitung der regelmäßigen Arbeitskreise sowie die Berücksichtigung individueller Gegebenheiten.

Phase 1: Die Beschreibung der Ausgangssituation des Unternehmens und des Geschäftsmodells

In dieser Phase wird die Ausgangssituation des Unternehmens beschrieben, der Bilanzierungsbereich wird festgelegt. Das Geschäftsmodell wird anhand der Vision und Strategie sowie der Geschäftsprozesse und Geschäftserfolge dargestellt. Die Wissensziele beschreiben welchen Beitrag die Ressource intellektuelles Kapital zum Unternehmenserfolg beitragen soll und welches Wissen langfristig für das jeweilige Unternehmen wichtig ist. 

Phase 2: Das intellektuelle Kapital und seine Einflussfaktoren werden ermittelt

Das intellektuelle Kapital, gegliedert in Human,- Struktur- und Beziehungskapital und seine Einflussfaktoren werden identifiziert.
Beispiele für Einflussfaktoren des Humankapitals: Mitarbeiterqualifikation, Mitarbeitermotivation, Flexibilität. Beispiele für Einflussfaktoren des Strukturkapitals: Produkt- und Prozessinnovationen, Qualitätsmanagement, Organisation. Beispiele für Einflussfaktoren des Beziehungskapitals: Beziehungen zu Patienten, Kooperationspartnern, Lieferanten. Die Einflussfaktoren haben bei Veränderung Auswirkungen auf die Zielerreichung und den Geschäftserfolg.

Phase 3: Bewertung der Einflussfaktoren des intellektuellen Kapitals

Anhand von drei Leitfragen werden die Einflussfaktoren des intellektuellen Kapitals analysiert. Die erste Frage zielt auf die Qualität des Einflussfaktors ab und lautet: „Ist die Güte des Einflussfaktors hoch genug, um unsere strategischen Ziele zu erreichen?“, die nächste Frage betrifft die Quantität des Faktors und lautet: „Haben wir von dem Einflussfaktor mengenmäßig genug um unsere strategischen Ziele zu erreichen?“, die dritte Frage umfasst die Systematik des Einflussfaktors und lautet: „Pflegen und entwickeln wir den Einflussfaktor systematisch genug, um Verbesserungen zu erreichen bzw. den erreichten Status Quo zu halten?“ Mit Hilfe dieser Fragen ist es möglich, schnell einen Überblick über den Ist-Zustand des Unternehmens und seine Schwachstellen zu bekommen.

Phase 4: Das intellektuelle Kapital wird gemessen

In diesem Schritt wird das intellektuelle Kapital mit zutreffenden - passgenauen - Indikatoren belegt, um es mess- und handhabbar zu machen. Dabei gilt es, die gewählten Indikatoren mit Zielwerten zu besetzen und über den Berichtszeitraum zu beobachten und einzuschätzen.

Phase 5: Wirkungszusammenhänge des intellektuellen Kapitals werden erfasst 

Die Zusammenhänge der einzelnen Einflussfaktoren und die Wechselwirkungen auf die Geschäftsprozesse und Geschäftserfolge werden mittels Sensitivitätsanalyse betrachtet. Die Wirkungsstärke (keine Wirkung bis starke Wirkung) und der Wirkungszusammenhang (sofort bis langfristig) werden bewertet.

Phase 6: Die Analyseergebnisse werden ausgewertet und interpretiert

Die vorgenommenen Gewichtungen der Sensitivitätsanalyse werden in ein Wirkungsnetz übertragen. Darin werden die Wirkungszusammenhänge aller Einflussfaktoren transparent, sich gegenseitig verstärkende Einflussfaktoren, werden identifiziert. Das Aufdecken der Wirkungszusammenhänge verdeutlicht die Komplexität des intellektuellen Kapitals. Verschiedene graphische Elemente und Diagramme visualisieren die Bedeutung des intellektuellen Kapitals.

Phase 7: Maßnahmen werden festgelegt

Alle bis hierhin durchgeführten Analysen verfolgen einen Zweck: geeignete praktische Maßnahmen für das Unternehmen abzuleiten und festzulegen. Durch das Zusammenspiel der durchgeführten Analysen ist es für das Unternehmen möglich, einen zukunftsgerichteten Aktivitätenplan zu erstellen. Ziel ist es, die Wissensziele zu erreichen und die Verbindung zum definierten Geschäftserfolg sicherzustellen. Genauso sind die Auswirkungen der Maßnahmen zu berücksichtigen, ebenso sind Messgrößen für das Controlling festzulegen sowie der Zeitplan und das Investitionsbudget.

Phase 8: Zusammenstellung der Wissensbilanz

Die Wissensbilanz wird nun in einem Dokument zusammengestellt. Dabei müssen die Informationen entsprechend der jeweiligen Zielgruppe aufbereitet werden. In den meisten Fällen gibt es eine interne und eine externe Version der Wissensbilanz. Dabei weist die interne Version einen hohen Grad an Detaillierung auf. Informationen über die Unternehmensentwicklung, Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken sowie Erfolge und Misserfolge der Wissensentwicklung sind hier dokumentiert. In der externen Version liegt der Schwerpunkt auf der Außendarstellung des Unternehmens, eine ansprechende Gestaltung und graphische Aufbereitung ist selbstverständlich. Je nach dem, welches Ziel mit der Wissensbilanz verfolgt wird, z.B. einer Bank eine bessere Entscheidungsgrundlage für die Kreditvergabe bieten, sind entsprechende Informationen in der Wissensbilanz darzustellen.  


- selbstbestimmt leben - begleitet, unterstützt und lenkt den Prozess der Wissensbilanz-Erstellung in Ihrem Unternehmen: von der Vorbereitung/Zusammenstellung des Projektteams Wissensbilanz bis hin zur Erstellung des fertigen Dokuments `Wissensbilanz`.